Solidarität. Was die Spaltung überwindet

 

Gruß der Stadtdekane der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach und der Katholischen Kirche in Frankfurt zum 1. Mai 2020

Der evangelische Stadtdekan Dr. Achim Knecht (links) und der katholische Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz (rechts) I Foto: Rolf Oeser (Quelle: www.efo-magazin.de)
Der evangelische Stadtdekan Dr. Achim Knecht (links) und der katholische Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz (rechts) I Foto: Rolf Oeser (Quelle: www.efo-magazin.de)

Corona betrifft alle Lebensbereiche, auch den diesjährigen „Tag der Arbeit“. Dieser Tag fällt nicht aus, er wird nur anders. In Frankfurt wird krisenbedingt keine Kundgebung auf dem Römerberg stattfinden. Auch das „Mahl der Arbeit“, mit dem die Stadt Frankfurt am Main die Arbeit der Gewerkschaften sowie von Personal- und Betriebsräten würdigt, wird entfallen und mit ihm der ökumenische „Gottesdienst zum Tag der Arbeit“.  Er sollte in diesem Jahr unter dem Motto „Solidarität. Was die Spaltung überwindet“ stehen.

 

Dieses Motto bleibt auch unter den Bedingungen der Pandemie aktuell. Zuerst denken wir an alle, die erkrankt sind und sich in häuslicher Quarantäne oder im Krankenhaus befinden. Ihnen gelten unsere Sorge und unsere Fürbitte. Wir schauen ebenfalls auf die vielen Millionen Menschen weltweit, die im Zuge der Krise ihren Job verloren haben. Sie ringen um ihr wirtschaftliches Überleben. Dies ist besonders hart in Ländern, in denen es keinen oder nur einen schwach ausgebauten Sozialstaat gibt. Auch in Deutschland hat sich die Arbeitswelt in den vergangenen Wochen gravierend verändert. Eine große Zahl von Menschen ist jetzt von Kurzarbeit betroffen. Trotz staatlicher Unterstützung kämpfen Unternehmer*innen, Künstler*innen, Restaurantbetreiber*innen und viele andere in unserem Land um die nackte Existenz.

 

In Zeiten der Krise ist eine wirksame Verschränkung staatlicher Förderung und zivilgesellschaftlicher Unterstützung nötig, damit vor allem die Selbständigen und die von der Krise schwer betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen eine Zukunft haben. Wir begrüßen Aktionen der Unterstützung und Solidarität, wie zum Beispiel den Kauf von Gutscheinen für Kino- und Theaterbesuche, Bestellungen bei ansonsten geschlossenen Lokalen, Teilnahme an „Sofakonzerten“ und anderen Angeboten im Netz und fordern die Bürger*innen dazu auf, rege davon Gebrauch zu machen. Ziel staatlichen Handelns muss es sein, dass aus der Corona-Krise kein Zusammenbruch des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft wird. Dies würde die Risse und Spaltungen in unserer Gesellschaft gefährlich vertiefen.

 

„Systemrelevanz“ ist zu einem der entscheidenden Begriffe in der Bewältigung der Corona- Krise geworden. In der Finanzkrise 2008 galt das anscheinend nur für die Großbanken. Systemrelevanz im Zuge der Corona-Krise weitet die Fragestellung: Welche wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten sind in einer Gesellschaft unverzichtbar, damit das Leben in seinen Grundfunktionen gesichert werden kann?

 

Heute erfahren bestimmte Berufe und Tätigkeiten eine Aufwertung. Das ist erfreulich. Pflegende erhalten jetzt endlich mehr Anerkennung; ebenso Einzelhandelskaufleute, Kassierer*innen im Supermarkt und Aushilfskräfte, die täglich die Regale auffüllen. Zu nennen sind auch die Paketboten*innen; ebenso die Landwirte*innen und Erntehelfer*innen aus Osteuropa. Die neue Wertschätzung und gesteigerte Anerkennung für diese Berufe sollte auch für die Zeit nach der Krise gelten. Sie sollte sich nicht nur in einmaligen Bonuszahlungen, sondern auch in tarifvertraglich geregelter Bezahlung für menschenwürdige Pflege und existenzsichernden Löhnen für Paket- und Zustelldienste ausdrücken. Außerdem bedarf es angemessener Preise für Nahrungsmittel, von denen die in der Landwirtschaft Tätigen auskömmlich leben können.

 

Das Motto des DGB für den „Tag der Arbeit“ im Jahr 2020 lautet: „Solidarisch ist man nicht alleine“. Die beiden Kirchen machen sich dieses Wort zu eigen. Denn auch wir wissen: keine/-r lebt für sich selbst. Für Christ*innen ist Solidarität die Praxis der Nächstenliebe. Das biblische Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist für uns eine Verpflichtung, denen zu helfen, die plötzlich und unerwartet in existentielle Not geraten sind. Verantwortung füreinander, ein verlässlicher Sozialstaat sowie das Eintreten für gerechte Arbeits- und Lebensverhältnisse weltweit sind wichtig, um gut aus der Krise herauszukommen. Deshalb kommt es jetzt darauf an, dass Solidarität gestärkt wird. In diesem Sinne wünschen wir dem DGB für seine Aktivitäten „in neuer und ungewohnter Form“ gutes Gelingen und Gottes Segen.

 

Dr. Achim Knecht

 

Dr. Johannes zu Eltz

 

 

 

 

 

Füreinander beten.

Einheit gestalten.

 

 

„Berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden“

(vgl. 1 Petrus 2,9)

 

Am 31. Januar 2016 fand um 11 Uhr in der Katholischen Kirche Sankt Hedwig der Ökumenische Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen statt. Veranstalter war die ACK – Frankfurt am Main - Griesheim:
Katholische Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt mit Sankt Hedwig und

Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt am Main - Griesheim.

 

Entgegen aller Befürchtungen - am Nachmittag fand in Mariä Himmelfahrt der Seniorenfasching statt - war der Gottesdienst sehr gut besucht. Der Ökumenische Chor Frankfurt-Griesheim erfreute alle mit ihrem Gesang. Den Bericht über den Gottesdienst können Sie hier nachlesen (Homepage der Pfarrgemeinde).

 

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird weltweit jedes Jahr im Januar oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert. Unter dem Motto „Berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden“ (1 Petrus 2,9) haben Christen aus verschiedenen Kirchen in Lettland die Texte für die diesjährige Gebetswoche für die Einheit der Christen erarbeitet.

 

EINFÜHRUNG IN DAS THEMA DER GEBETSWOCHE

 

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden. (1 Petrus 2,9-10)

 

Hintergrund

 

Der älteste Taufstein Lettlands stammt aus der Zeit des heiligen Meinhard, der dem Land das Evangelium brachte. Ursprünglich befand er sich in der Kathedrale von Uexküll, heute steht er in der Mitte des lutherischen Doms der Landeshauptstadt Riga. Dass der Taufstein so nahe bei der reich verzierten Kanzel platziert ist, gibt beredtes Zeugnis von der Beziehung zwischen Taufe und Verkündigung sowie von der Berufung, die großen Taten des Herrn zu verkünden, an der alle Getauften Anteil haben. Diese Berufung wurde als Thema der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2016 gewählt. Angehörige verschiedener lettischer Kirchen haben, inspiriert von zwei Versen aus dem ersten Petrusbrief, die Materialien für die Gebetswoche vorbereitet.

 

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass byzantinische Missionare das Christentum im 10. Jahrhundert erstmals nach Ostlettland brachten. Meist werden die Ursprünge des Christentums in Lettland jedoch auf das 12. und 13. Jahrhundert und die Evangelisierung durch den heiligen Meinhard sowie später durch weitere deutsche Missionare datiert. Die Hauptstadt Riga gehörte zu den ersten Städten, die sich im 16. Jahrhundert den Ideen Luthers zuwandten. Im 18. Jahrhundert erneuerten und vertieften Herrnhuter Missionare überall im Land den christlichen Glauben. Ihre Nachfahren sollten entscheidenden Anteil an der Schaffung der Grundlagen für die nationale Unabhängigkeit Lettlands im Jahr 1918 haben.

 

Die Geschichte mit ihren vielfältigen Kriegs- und Leidenszeiten hat spürbare Auswirkungen auf das heutige kirchliche Leben in Lettland. Es ist eine traurige Tatsache, dass die Anwendung von Gewalt durch manche Missionare und Kreuzritter das Wesen des Evangeliums entstellt hat. Über Jahrhunderte war Lettland Schauplatz gewaltsamer religiöser und politischer Auseinandersetzungen unterschiedlicher nationaler und konfessioneller Mächte. Veränderungen der politischen Machtverhältnisse in unterschiedlichen Landesteilen spiegelten sich oft in Veränderungen der konfessionellen Zugehörigkeit der Bevölkerung wider. Heute liegt Lettland gleichsam an der Schnittstelle von Regionen, die jeweils von der evangelischen, der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche geprägt sind. Aufgrund dieser besonderen geographischen Lage ist das Land Heimat für Christen vieler verschiedener Traditionen, von denen keine eine Mehrheitsposition einnimmt.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall des Russischen und des Deutschen Reichs kam es erstmals zur Gründung eines lettischen Staates, der von 1918 bis 1940 bestand. Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 herrschten in Lettland totalitäre antichristliche Ideologien – atheistischer Nationalsozialismus und Kommunismus –, die verheerende Folgen für das Land und seine Einwohner hatten. In dieser Zeit einte die Christen das gemeinsame Zeugnis für das Evangelium bis hin zum Martyrium. Das Bischof Sloskans-Museum dokumentiert dieses gemeinsame Zeugnis und stellt Märtyrer aus der orthodoxen, lutherischen, baptistischen und römisch-katholischen Kirche vor. Die Christen entdeckten, dass sie Anteil am königlichen Priestertum haben, von dem Petrus spricht, weil sie wegen ihres Glaubens an Jesus Christus Folter, Verbannung und Tod erlitten. Diese Verbindung im Leiden ließ eine tiefe Gemeinschaft unter den lettischen Christen entstehen. Durch sie entdeckten sie das gemeinsame Priestertum, das ihnen allen in der Taufe verliehen war und das sie befähigte, nach dem Vorbild Jesu ihr Leiden für andere auf sich zu nehmen.

 

Die Erfahrung des gemeinsamen Singens und Betens – auch der Nationalhymne „Gott segne Lettland“ – war von entscheidender Bedeutung dafür, dass das Land 1991 seine Unabhängigkeit wiedererlangte. In vielen Kirchen Rigas wurde inständig um Freiheit gebetet. In Gesang und Gebet geeint bauten unbewaffnete Bürger in den Straßen der Stadt Barrikaden und stellten sich Seite an Seite den sowjetischen Panzern entgegen.

 

Die finstere Zeit der Diktatur des 20. Jahrhunderts entfremdete allerdings viele Menschen von der Wahrheit über Gott, den Vater, seine Selbstoffenbarung in Jesus Christus und die lebenschaffende Macht des Heiligen Geistes. Gott sei Dank erwies sich die postsowjetische Zeit als eine Zeit der Erneuerung für die Kirchen.

 

Viele Christen versammeln sich in kleinen Gruppen und bei ökumenischen Gottesdiensten zum Gebet. In dem Bewusstsein, dass das Licht und die Gnade Christi noch nicht alle Menschen in Lettland erfüllt und verwandelt haben, wollen sie gemeinsam arbeiten und beten, damit die historischen, ethnischen und ideologischen Wunden, die die lettische Gesellschaft bis heute entstellen, geheilt werden.

 

 

Quelle:

http://www.oekumene-ack.de/fileadmin/user_upload/Gebetswoche/2016/Gebetswoche_2016_Texte_gesamt.pdf

 

5. Februar 2011

Ökumenischer Gottesdienst mit fünf verschiedenen christlichen Kirchen aus Frankfurt am Main

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Erläuterungen zu den verschiedenen Kirchen, der Liturgie und Ökumene (in Kurzform) sowie

Predigt Pfarrer Bruns zum Thema "Eins in der Liebe"

Ökumenische Gottesdienst in St. Hedwig und anschließende Begegnung im Gemeindesaal

Aktuelles:

Homepage der Pfarrgemeinde
Homepage der Pfarrgemeinde

Griesheimer Gabenzaun

Liebe Griesheimer*innen,

 

aufgrund der aktuellen Situation bieten wir für bedürftige Mitbürger*innen einen Gabenzaun an.

 

Standort:

Kirche Mariä Himmelfahrt, Linkstraße 64,

65933 Frankfurt-Griesheim       Tel. 38 16 06

 

Es dürfen Gaben für mittellose Mitbürger*innen gespendet werden:

 

  • Haltbare, nicht abgelaufene Lebensmittel, Konserven, Süßigkeiten, Snacks
  • Mineralwasser
  • Drogerieartikel
  • Tiernahrung

 

Infos für Geber*innen:

Bitte die Spenden in durchsichtige Beutel geben oder Beschriftung an den Beutel hängen

 

Infos für Nehmer*innen:

Bitte keine Beutel aufreißen, nur kompletten Beutel mitnehmen.

 

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!