Interview von Sören Rabe (FNP) mit Dekan Rolf Glaser

15. Oktober 2018

 

Die katholische Kirche steht derzeit – mal wieder – in der Kritik. Diesmal geht es um den Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen, Pater Ansgar Wucherpfennig, und seine liberalen Ansichten zum Thema Homosexualität. Der Vatikan will ihn deswegen nicht mehr an der Spitze der Hochschule sehen. Wie steht die Stadtkirche Frankfurt dazu?

 

ROLF GLASER: Wir hatten 2016 unser großes Stadtkirchenforum mit mehreren Themenkreisen und Arbeitsgruppen. Damals ging es auch um „Kirche für alle“. Eine Forderung war unter anderem, dass Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt und entwickelt werden sollen. Insofern sind wir an diesem Punkt mit Pater Wucherpfennig absolut d’accord. Er hat uns auf diesem Weg begleitet und wir lassen ihn jetzt auf seinem Weg auch nicht im Stich.

 

Gibt es Strömungen in Rom, die gegen die katholische Stadtkirche Frankfurt arbeiten? Es ist zu hören, dass der ehemalige Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der in Frankfurt ja seine größten Kritiker hatte, hinter dieser Aktion steht.

 

GLASER: Ich blicke bei der internen römischen Kommunikation nicht sehr gut durch. Natürlich entwickeln sich Fantasien, was da alles dahinter stecken könnte. Aber dazu eine verlässliche Aussage zu machen, das wage ich mich nicht.

 

Aber wie kommt die römische Kirche zwei Jahre nach dem Interview, bei dem er seine Ansichten kundgetan hatte, nun dazu, Pater Wucherpfennig abzustrafen?

 

GLASER: In Rom werden fleißig Dossiers angelegt. Erst einmal war es ein Routinevorgang, das nihil obstat, also die Unbedenklichkeitserklärung, anzufordern. Der Bischof von Limburg und der Provinzial der Jesuitenprovinz haben ihr nihil obstat schon gegeben. Dann hat man wohl in Rom das Dossier herausgeholt, in dem die Aussagen des Interviews vor zwei Jahren standen. Ich denke, da wollte man nun nachfassen. So ist diese Sache jetzt aufgeschlagen bei der Neuernennung Wucherpfennigs zum Direktor der Hochschule St. Georgen.

 

Ohne das nihil obstat kann er die Hochschulleitung nicht weiter übernehmen?

 

GLASER: Der Großkanzler der Hochschule kann ihn ohne das nihil obstat nicht ernennen. Es gibt auch Stimmen, der Provinzial oder der Bischof sollten sich hier über Rom hinwegsetzen. Das kann ich mir aber im Moment nicht vorstellen.

 

Heißt das denn für Pater Wucherpfennig, dass sein Lehrauftrag, die missio canonica, auch in Gefahr ist?

 

GLASER: Das glaube und hoffe ich nicht. Es geht ja hier um das hervorgehobene Amt des Hochschulrektors, das strengeren Kriterien unterliegt. Zudem ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Rom hat dies ja am Mittwoch ausdrücklich betont, was ich ein bisschen als Öffnung verstehe. Ich hoffe, dass das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist.

 

Falls es aber seitens Roms bei dieser Entscheidung bleibt, wie sieht die Zukunft von Pater Wucherpfennig aus?

 

GLASER: Er bleibt Professor für das Neue Testament, aber er ist dann natürlich deutlich angeschlagen. Wie ich ihn einschätze, wird er sich davon nicht beeindrucken lassen und als Wissenschaftler seine Überzeugungen weiterhin vertreten. Nach so einem Vorgang würde jedoch der Umgang des einen oder anderenmit ihm nicht mehr ganz unbefangen sein.

 

Es ist die denkbar schlechteste Zeit für eine solche Diskussion. Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche und ein Umdenken beim Thema Sexualmoral bestimmten in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen. Auch der Stadtdekan Johannes zu Eltz fordert drastische Reformen. Entfernt sich die römische Kirche mit solchen Entscheidungen von den Menschen?

 

GLASER: Ich fürchte, dass sie das tut. Ich habe den Eindruck, dass mancher in Rom keine exakte Einschätzung über eine Stadtgesellschaft, wie wir sie hier in Frankfurt haben, hat. Es fehlt die nötige Sensibilität im Umgang mit den Menschen. Als Kirche können wir in der Gesellschaft nur unsere Rolle spielen, wenn wir offen über die Dinge diskutieren können. Die Leute respektieren unsere Positionen, aber sie respektieren sie nur solange, wie sie den Eindruck haben: der Gesprächspartner katholische Kirche begegnet uns in Offenheit. Autoritäre Vorgaben braucht kein Mensch, dann werden wir auch nicht mehr gehört. Manchmal habe ich den Eindruck, in Rom ticken die Uhren da noch ein wenig anders.

 

Man hatte ja gehofft, dass mit Papst Franziskus mehr Liberalität in Rom einkehrt. Ist dies ein Rückfall in alte Zeiten?

 

GLASER: Ich habe den Eindruck, dass in Rom verschiedene Kräfte am Werk sind. Und dass es letzten Endes um die Bewertung dieses Pontifikats geht. Mir ist auch der Gedanke gekommen: Schlägt man Wucherpfennig und will man Franziskus treffen? In Rom gibt es Kreise, denen der vom Papst eingeschlagene Weg nicht passt. Ich hoffe, dass er dem nicht nachgibt.

 

Die katholische Stadtkirche gilt ja als  liberal. Hat man deswegen auch immer wieder Probleme mit Rom?

 

GLASER: Ich würde nicht sagen, dass wir liberal sind. Das mag auf einzelne Vertreter zutreffen. Auf den Stadtdekan trifft es ganz bestimmt nicht zu. Johannes zu Eltz ist ein wertkonservativer Mann, der sich aber in Offenheit, den Realitäten in der Gesellschaft stellt. Uns geht es erst einmal um die Fragen, wie können wir die Menschen erreichen, wie können wir mit ihnen ins Gespräch kommen und wie können wir eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen? Die Menschen sollen sich ernst genommen und angenommen fühlen. Das ist unser Ziel. Uns ist es egal, ob man es links, liberal oder konservativ nennt. Die Nähe zu den Menschen ist uns wichtig, die dürfen wir nicht verlieren. Da ist der Umgang mit Gleichgeschlechtlichen ein großes Thema. Der Stadtdekan war, als er nach Frankfurt kam, selbst sehr skeptisch, als er von der schwulen Gemeinde hörte. Nachdem er mit den Mitgliedern in Kontakt kam, mit ihnen gesprochen hatte, hat er seine Position vollkommen verändert.

 

Ein ähnliches Erlebnis schildert ja auch Pater Wucherpfennig.

 

GLASER: Ja, das geht vielen so. Wir waren auch mit dem Bischof in der Gemeinde, der war auch nicht unbeeindruckt. Das sind Personen, die versuchen miteinander in Treue zu leben. Das sind Leute, die ihren katholischen Glauben leben, trotz ihrer schwierigen Lage in unserer Kirche. Sie haben unseren Respekt und unsere Unterstützung verdient.

 

Steht die katholische Kirche in dieser Frage vor einer Zerreißprobe oder gar vor einer Spaltung?

 

GLASER: Es gibt sicher konservative Kreise in unserer Kirche, unter den Laien und den Amtsträgern, die diese ganze Richtung der Offenheit nicht passt. Dass das jetzt eine Spaltung bedeutet, glaube ich nicht. Aber es ist schon eine äußerst konfliktäre Situation.

 

Das Thema Zölibat ist in den vergangenen Wochen gerade im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal diskutiert worden. Ist dieses Eheverbot für Priester noch haltbar?

 

GLASER: Ich kann nicht für alle Pfarrer in Frankfurt sprechen. Aber ein Teil, zu dem auch ich gehöre, stellt das Zölibat in Frage. Wir wollen nicht das Ideal der Ehelosigkeit in der katholischen Kirche angreifen. Aber dass man das Amt an die Ehelosigkeit ohne Ausnahme koppelt, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Es wäre sicherlich verkürzt zusagen, der Missbrauchsskandal liegt am Zölibat, aber einen Zusammenhang gibt es natürlich. Man muss sich breiter aufstellen. Ich halte es für absolut notwendig, dieses männerbündische, das ja letztlich durch das Pflichtzölibat entsteht, aufzubrechen.

 

Frauen als Amtsträger in der katholischen Kirche ist ja ein ähnliches Thema, das immer mal wieder diskutiert und dann wieder als beendet betrachtet wird.

 

GLASER: Auch hier geht es nicht an, dass man Diskussionen verbietet. Diskussionen können nur mit guten Argumenten beendet werden. Die guten Argumente, dass es nicht möglich wäre, Frauen einen Zugang zum Amt zu ermöglichen, sehe ich in dieser Frage bisher nicht. Das Diakonat der Frau ist ein erster Schritt. Man wird diesen Weg stufenweise gehen müssen.

 

Die Anzahl der Kirchenaustritte ist 2017 in Deutschland wieder gestiegen. Fürchten sie wegen dieser Skandale und Diskussionen einen weiteren Anstieg?

 

GLASER: Das fürchten wir. Zumal durch die Missbrauchsstudie deutlich geworden ist, dass als ein Problem in diesem Komplex die unterdrückte Sexualität eine Rolle spielt. Genau deswegen darf man hier nicht neue Tabus setzen, womit man diesen Konflikt ja nicht auflöst, sondern verstärkt.

 

Wie wirken sich diese Diskussionen auf das Leben in den Gemeinden aus? Ist das hier überhaupt ein Thema?

 

GLASER: Das ist ein Thema. Die Erklärung der Frankfurter Stadtpfarrer pro Wucherpfennig, die wir abgegeben haben, wurde natürlich auch von den Gemeindemitgliedern wahrgenommen. Manche haben damit ihre Schwierigkeiten, aber ich habe den Eindruck, den meisten sprechen wir aus der Seele. Wir haben eine Online-Petition erstellt, da haben sich innerhalb von drei Tagen 800  Unterstützer gefunden.

 

Interview und Text: Sören Rabe

für die Frankfurter Neue Presse vom 15.10.2018

(Die Veröffentlichung hier erfolgt mit Genehmigung des Autors.)

 

P.S. Mittlerweile sind es rund 1200 Unterstützer*innen der Petition!

 

Hier das Interview mit der Frankfurter Neuen Presse vom 14. Oktober 2016, das die Glaubenskongregation als Grund für die Verweigerung des "Nihil obstat" für P. Ansgar Wucherpfennig nennt:

 

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Prof-Wucherpfennig-was-macht-einen-guten-Jesuiten-aus;art675,2265963

 

Erklärung zum Fall Wucherpfennig.docx
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Erklärung der Frankfurter Pfarrer

8. Oktober 2018

Da die Fassungslosigkeit nicht sprachlos machen darf, haben die katholischen Frankfurter Pfarrer eine Erklärung zur Causa Wucherpfennig erarbeitet.

Wer die Erklärung der Frankfurter Pfarrer unterstützen möchte, kann dies gerne mit der Petition auf unserer Gemeindehomepage tun: Petition unterschreiben

 

 Erklärung der Pfarrer

der katholischen Pfarreien in Frankfurt

zum Fall Ansgar Wucherpfennig

 

Die Verweigerung des „Nihil obstat“ für die Wiederwahl von P. Ansgar Wucherpfennig zum Rektor der Hochschule St. Georgen durch den Vatikan macht uns fassungslos. Die Maßregelung des unbescholtenen und in Frankfurt sehr geschätzten Wissenschaftlers durch die römischen Behörden wird offenbar mit Aussagen von ihm zum Thema Homosexualität und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare begründet. Wir halten die Anregungen von P. Wucherpfennig zu diesen Themen für einen wichtigen Diskussionsbeitrag und sind ihm dafür sehr dankbar. Die zutiefst erschreckenden Erkenntnisse der MHG-Studie zum Missbrauch an Minderjährigen in der katholischen Kirche machen deutlich, dass auch der pathologische Umgang der Kirche mit dem Thema (Homo-)Sexualität sexualisierte Gewalt begünstigt. Der Versuch, das offene Gespräch über Sexualfragen innerhalb der Kirche zu unterbinden, ist daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt genau das falsche Signal. Der Frankfurter Stadtsynodalrat hat sich dafür ausgesprochen, Rituale für Segensfeiern mit gleichgeschlechtlichen Ehepaaren zu entwickeln. Vielen von uns Pfarrern begegnen in unseren Gemeinden immer wieder Paare, die sich für ihren gemeinsamen Weg den Segen der Kirche wünschen. Wir unterstützen diesen Wunsch mit Nachdruck. Im Vatikan meint man offenbar immer noch, missliebige Positionen aus der Welt schaffen zu können, indem man diejenigen mit Sanktionen belegt, die sie äußern. Dieses Verhalten ist das genaue Gegenteil von dem „offenen Dialog ohne Vorurteile“, den Papst Franziskus sich für die Kirche wünscht. Nur dieser macht uns aber als Kirche in einer offenen Gesellschaft, insbesondere in einer Stadtgesellschaft wie in Frankfurt, gesprächsfähig. Die Zeiten, wo Menschen – auch Amtsträger in der Kirche – sich von römischen Behörden vorschreiben lassen, worüber nachgedacht und diskutiert werden darf, sind Gott sei Dank endgültig vorüber. Als Pfarrer begrüßen und unterstützen wir die Position unseres Bischofs Georg Bätzing, der sich nachdrücklich für die Erneuerung des „Nihil obstat“ für P. Wucherpfennig einsetzt. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit P. Ansgar Wucherpfennig und erwarten, dass er seine Tätigkeit als Hochschulrektor in St. Georgen bald wieder aufnehmen kann.

 

Anto Batinic, Holger Daniel, Johannes zu Eltz, Rolf Glaser, Hanns-Jörg Meiller,

Joachim Metzner, Uwe Michler (Pfr. em.), Werner Portugall, Werner Otto, Martin Sauer

 

Die Zukunftswerkstatt fand am 25. und 26. Mai 2018 im Josefshaus in Frankfurt-Griesheim unter großer Beteiligung von Gemeindemitgliedern aus Nied, Griesheim und Gallus statt. Auch eine Delegation aus Kamerun, die gerade im Gallus zu Gast ist, nahm teil und brachte sich engagiert ein.

 

Es ging um die Zukunft der Kirche in unseren drei Stadtteilen:

 

 Wie soll Kirche in unseren Stadtteilen in Zukunft aussehen?
Was bewegt uns in den Stadtteilen?
Welche Akzente soll Kirche setzen?

 

Pfarrer Glaser schrieb hierzu in seiner Einladung:

 

Liebe Gremienvertreter und Engagierte in den Pfarreien unseres Pastoralen Raumes,


wie Sie wissen, findet am 25./26. Mai im Josefshaus in Griesheim die „Zukunftswerkstatt“ statt. Bitte überlegen Sie, ob Sie daran teilnehmen wollen oder können! Sicher wollen Sie, dass die gute Arbeit in unseren Gemeinden – Ihre Arbeit!
– weitergeht! Dafür brauchen wir Vergewisserung und Weiterentwicklung. Auch neue Ideen und Neuanfang! Viele sind
gefragt! Die Ergebnisse sollen Bausteine für ein zu entwickelndes neues Pastoralkonzept in unserem Pastoralen Raum bzw. in der nach 2021 zu gründenden Pfarrei neuen Typs sein. Dafür brauchen wir Ihr „Herz“ und Ihren „Kopf“!
Lassen wir den Geist kommen!


In diesem Sinne ein frohes Pfingstfest
Rolf Glaser, Pfarrer

 

Einen Bericht können Sie auf der Homepage von Mariä Himmelfahrt lesen.

 

Peter Hoffmann erhält die goldene Ehrennadel des Bundesverbandes der Ackermann-Gemeinde

17. März 2018

Manchmal wird man wunderschön überrascht, - so wie es am Samstag sicher für Peter Hoffmann, einem Mitbegründer des Hedwigsforums und langjährigem Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, eine große Überraschung war:

 

Eigentlich sollte „nur“ ein weiteres Kulturseminar der Ackermann-Gemeinde in St. Hedwig an diesem Nachmittag stattfinden. Doch dann gab es die Überraschung: Für seine großen und langjährigen Verdienste um die Ackermann-Gemeinde und für sein Engagement für Mittel- und Osteuropa verlieh ihm Herwig Steinitz, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Ackermann-Gemeinde Deutschland, die goldene Ehrennadel des Bundesverbandes. Peter Hoffmann ist Diözesanvorsitzender der Ackermann-Gemeinde Bistum Limburg und der Ackermann-Gemeinde Hessen e.V..

 

In seiner Laudatio hob Steinitz die großen Verdienste Hoffmanns um die Ackermann-Gemeinde hervor. Pfarrer Rolf Glaser, stellvertretender Stadtdekan und Dekan, ergänzte dies durch die Erwähnung der engagierten Arbeit Hoffmanns im Hedwigsforum und in der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt.

Bild (v. l. n .r.): Herwig Steinitz, Dekan Rolf Glaser, Roswitha Hoffmann, Peter Hoffmann und Rudolf Friedrich, Ehrenvorsitzender der Ackermann-Gemeinde Hessen e.V.

Bild und Text: Pastoralreferent Rolf Müller

Hier u.a. die Laudatio von Herwig Steinitz, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden:

(Zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Bild klicken.)

Bilder: Herwig Steinitz

Das Hedwigsforum trauert

 

„Das Ziel vor Augen,

jage ich nach dem himmlischen Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt.“ Phil 3, 14

 

 

Christus, der Herr, hat unseren Bruder

 

Klaus Blessing

* 03. Januar  1938     14. März 2018

 

zu sich gerufen.

Bereits in den Jahren 1971-1975 war er Mitglied des Pfarrgemeinderates der Pfarrei

St. Hedwig. Von 2004 – 2006 war er zunächst Mitglied des Verwaltungsrates der Kirchengemeinde St. Hedwig und begleitete als solcher wohlwollend die Fusion mit der Pfarrei Mariae Himmelfahrt. Dabei achtete er stets darauf, dass sich die Kirchorte auf Augenhöhe begegneten. Schließlich gehörte er von 2006-2008 auch dem Verwaltungsrat der fusionierten neuen Kirchengemeinde Mariae Himmelfahrt an. Er brachte sich bei der Neugestaltung des Außengeländes der Kita St. Hedwig, mit der Errichtung von Sportgeräten ein. Er trug die Entwicklung des Projektes „Haus im Haus“ aktiv mit und war als Gründungsmitglied des Hedwigsforums auch an der inhaltlichen Profilierung und Neuausrichtung von St. Hedwig beteiligt. Dass dabei die Jugend nicht vergessen wurde, war ihm stets ein Anliegen. So unterstützte er bis zu seinem plötzlichen Tod auch die Internationalen Begegnungstage, die wir 2019 zum 3. Mal durchführen werden. Sein letztes großes Einsatzgebiet war die Flüchtlingsarbeit, wo er mit großen Engagement im Sprachcafè mitwirkte.


Erwähnt sei auch sein Engagement im katholischen Sportverband DJK, dem er seit 1964 angehörte. Im Verein Schwarz-Weiß Griesheim war er über viele Jahre Vorsitzender und entwickelte dort den Behindertensport. Die Sportprojekte „Hilfe zur Selbsthilfe“, die er im Auftrag des Deutsche Sportbundes und des Deutschen Olympischen Komitees durchführte und die ihn durch die halbe Welt führten, organisierte er in den letzten Jahren auch in Kooperation mit unserer Gemeinde.

 

Am 14. März erlag er einer kurzen und schweren Krankheit. Im Gedächtnis unserer Gemeinde wird er einen ehrenvollen Platz behalten.

 

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Gisela und seiner Familie.

 

Rolf Glaser               Ulrike Zimmermann                       Werner Pfeifer
Pfarrer                      Vorsitzende des PGR                    stellv. Vorsitzender des VRK

 

Das Requiem fand am Dienstag, den 20. März 2018 um 9 Uhr in St. Hedwig statt,

die Beisetzung um 11.15 Uhr auf dem Griesheimer Friedhof.

Das Hedwigsforum gratuliert

Klaus Blessing, Gründungsmitglied des Hedwigsforums, wurde im Oktober 2016 mit der olympischen "Medaille der Werte" der DJK ausgezeichnet.

Verleihung der Medaille anläßlich der Herbsttagung des DJK-Diözesanverbandes Limburg in Wiesbaden.

von links: Pfarrer Klaus Waldeck, DJK-Diözesanverband, Frau Alexandra Schüttler, DJK-Bundesverband,

Klaus Blessing und Laudator Manfred Schratz, Jugendleiter DJK Schwarz-Weiß Frankfurt-Griesheim

 

Aus der Laudatio von Manfred Schratz:

 

"Im Jahr 1980 war Klaus Blessing mit der DJK bei einer Israelreise im SOS Kinderdorf in Bethlehem. Hier bemerkte er, dass die Kinder dort keine Sportmöglichkeiten hatten. Klaus versprach den Kindern wieder zu kommen und Sportmöglichkeiten für sie zu schaffen. Von nun an wurde der Erlös der Rebstock-Spielfeste zum großen Teil für den Bau von Sportanlagen, zunächst in Bethlehem, dann aber auch in SOS-Kinderdörfern in Ägypten, Jordanien, Libanon, Marokko, Tunesien, Zypern und Polen verwendet. Unter der Leitung von Klaus Blessing wurde ein Leitfaden für den Bau von Sportanlagen gemeinsam mit Mitarbeitern der SOS Kinderdörfer erstellt. Dieser wurde dann weltweit an alle SOS Kinderdörfer in deutscher und englischer Sprache verteilt...

 

Bei einem Besuch des SOS-Kinderdorfes in Polen konnte ich Klaus begleiten und erleben mit welchem Elan er vor Ort den Bau der Sportanlage für die Kinder vorantrieb. Es musste eine Schlosserei gefunden werden, die aus Wasserleitungsrohren mit verschiedenen Durchmessern die Tore, Basketballständer usw. herstellen konnte. Der Sportplatz musste asphaltiert und Linien gezogen werden. Durch deine freundliche, aber auch hartnäckige und bestimmte Art `Geht nicht gibt es nicht` kam das Projekt zum Laufen und wurde noch vor unserer Abreise beendet und in Betrieb genommen...

 

Doch es blieb nicht bei den SOS Kinderdörfern. Klaus wollte seine Idee „Spiel- und Sport für Kinder und Jugendliche“ auch in anderen Ländern, für am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen umsetzen. So reiste er nach Ägypten und baute in einem Vorort von Kairo auf einer Müllhalde Klettergeräte zum Spielen. In Gambia war er 2 Wochen in einer Grundschule, um gemeinsam mit den Leuten vor Ort ein Fußball-, Basketball- und Volleyballfeld sowie Spielgeräte zu bauen, die nach den 2 Wochen auch fertig waren. Mit dem bekannten Sportreporter und Fußballtrainer Holger Obermann war er in einem der jüngsten Staaten der Welt, in Osttimor. Im Auftrag des NOK wurden dort unter seiner Leitung ebenfalls Sport- und Spielplätze gebaut. Nach der Tsunami Katastrophe war Klaus Blessing mit Marcus Scherer in Sri Lanka. Unter ihrer Anleitung wurden aus einfachen Materialien robuste Spiel- und Sportgeräte hergestellt.

 

Besonders beeindruckt hat mich, dass durch die Mithilfe von Klaus im Jahr 2005 in Südserbien etwas passierte, was man kaum für möglich gehalten hätte. Serbische und albanische Volksgruppen, die noch 6 Jahre zuvor Krieg gegeneinander geführt hatten und deren Kinder in unterschiedliche Schulen gehen, kommen auf einer gemeinsamen Sportanlage zusammen und spielen und tanzen wieder miteinander. In enger Zusammenarbeit mit einer serbischen `Friedensfachkraft` gelang es Menschen zu finden, die für die Zukunft ihrer Kinder gemeinsam tätig werden wollten. Die Kontrolle und Pflege der Anlage wird auf Anregung des moslemischen Imam und des serbisch-orthodoxen Priesters von einem albanisch-serbischen Rat vorgenommen...

 

Da die Sportlehrer vor Ort immer wieder an Spiel- und Trainingsunterlagen aus Deutschland interessiert waren, kam Klaus Blessing auf die Idee Präsentationen (Videos mit Texten) zu verschiedenen Sportarten und Trainingsprogrammen zu erarbeiten und den Betreffenden zur Verfügung zu stellen. Er konnte verschiedene Verbände bzw. Vereine, z.B. DFB, Bayern München, Deutscher Basketball- und Volleyballverband gewinnen, die kostenfrei Materialien zur Verfügung stellten. Für die Einsätze in den verschiedenen Ländern mussten die Sportpräsentationen in die jeweilige Landessprache übersetzt werden. Dies gelang mit Hilfe von Freunden, Bekannten und Unterstützern der Projekte.

 

Im Rahmen der Übersetzungsarbeiten kam die Idee auf, ausländische Kinder und Jugendliche, die in Frankfurt leben, mit in die Übersetzungsarbeit einzubeziehen. In Projekten mit dem Kiz Gallus wurde die Aufgabe mit türkischstämmigen Jugendlichen angegangen. Es war nicht einfach, denn den Jugendlichen fehlten oft die Vokabeln, aber nach einiger Zeit wurden die Trainingsanleitungen für Fußball in Deutsch und Türkisch erstellt. Das Projekt war für alle Jugendlichen ein wichtiges Übungsfeld, bei dem sie Geduld aufbringen mussten und den Umgang mit Computern und Mikrofontechnik lernen konnten. Durch einen Kontakt zum Jugendverband djr (Deutsche Jugend aus Russland) konnte ähnlich wie im deutsch-türkischen Projekt im Jahr 2005 eine zweisprachige Sportpräsentation Deutsch-Russisch erstellt werden. So konnten im Laufe der Zeit Trainingsinhalte verschiedener Sportarten in 8 verschiedene Sprachen umgesetzt werden.

 

Einen weiteren, besonderen Schwerpunkt bei deinem herausragenden Engagement, lieber Klaus, bilden die Kinder- und Schülerolympiaden und die olympischen Erziehung... Im Jahr 2006, wurde eine Schülerolympiade mit albanischen und serbischen Schulen durchgeführt. Es wurde eine Broschüre gemeinsam mit dem olympischen Komitee von Albanien und der Finanzierung durch das olympische Komitee von Deutschland für alle ca. 3.000 Schulen in Albanien erstellt. Die Schülerolympiaden wurden insbesondere im Ausland sehr begrüßt und als inhaltliche und werteorientierte Aktivität angenommen.

 

So kam es über die vielen Jahre deiner außergewöhnlichen Tätigkeit zu Projekten in 22 Ländern der Erde. Es wurden über 500 Spiel- und Sportgeräte und entsprechende Plätze für Tausende von Kindern und Jugendlichen erstellt...

 

Nach über 30 Jahren Einsatz in der ganzen Welt, betreut Klaus z.Zt. in seiner Pfarrgemeinde St. Hedwig in Frankfurt-Griesheim Flüchtlinge aus Eritrea. Er war selbst schon in Eritrea und kann sich deshalb gut in diese Menschen hinein versetzen..."

 

Codex Vindobonensis 2554, Graz
Codex Vindobonensis 2554, Graz

 

 

Der deus architectus hat seinen geliebten Baumeister

         

Dr. Ing. Hans-Dieter Dietz

             

* 13. Oktober 1939 in Frankfurt

+  5. Oktober 2016 in Frankfurt

 

zu sich gerufen.

 

 

 

Dr. Hans Dieter Dietz war von 1973 bis 2016 Verwaltungsrat der Kirchengemeinde, ab 1980 (mit Unterbrechungen) deren Vertreter im Gesamtverband der katholischen Gemeinden in Frankfurt und von 1988 bis 2015 stellvertretender Vorsitzender des Gremiums und damit Stellvertreter des Pfarrers in Verwaltungsfragen. 1969 gehörte er dem ersten gewählten Pfarrgemeinderat an. Über drei Jahrzehnte versah er zudem den Dienst des Kommunionhelfers. Seit dessen Gründung war er Mitglied im „Familienkreis I“ der Pfarrgemeinde.

 

Somit hat Dr. Hans-Dieter Dietz die Arbeit des Verwaltungsrates und das Leben der Kirchengemeinde entscheidend mitgeprägt. Als Verantwortlicher bzw. Hauptverantwortlicher für die Bauprojekte der Kirchengemeinde war er federführend beim Neubau der Kindertagesstätte Mariae Himmelfahrt, beim Neubau des Gemeindezentrums Josefshaus, bei der Innenrenovierung der Kirche 1996/97, beim Bau eines Mehrfamilienhauses und Reihenhauses in der Akazienstr., mit dem die Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem Gemeinnützigen Siedlungswerk erschwinglichen Wohnraum schuf, bei der Erweiterung beider Kindertagesstätten von drei zu fünfgruppigen Einrichtungen mit jeweils einer U3-Gruppe, bei der Neueindeckung des Pfarrhauses, beim Umbau der Hedwigskirche mit dem Projekt „Haus im Haus“, wofür die Kirchengemeinde eine Auszeichnung der Wüstenrotstiftung erhielt und den Erhalt der Kirche in Griesheim Nord sicherte. Zuletzt kümmerte er sich um den Ausbau des 2. OG „Haus in Haus“ St. Hedwig, um die Neudeckung des Kirchendaches der Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt sowie der Gewölbeverstärkung und Gewölbesanierung derselben. Viele soziale und weltkirchliche Projekte der Kirchengemeinde wurden von ihm mitverantwortet. Die konzeptionelle Weiterentwicklung unserer Kindertagesstätten sowie die Beheimatung der Eritreischen Gemeinde in St. Hedwig war ihm ein Anliegen. Die Fusion der beiden Kirchengemeinden Mariae Himmelfahrt und St. Hedwig begleitete er an hervorgehobener Stelle. Ebenso war er Verhandlungsführer beim Prozess „Sparen und Erneuern“, den die Kirchengemeinde durchlaufen musste. Noch dieses Jahr brachte er sich aktiv beim Stadtkirchenforum Frankfurt ein, zu dem Stadtdekan Johannes zu Eltz geladen hatte. Wertkonservatives Denken und Erneuerung der Kirche sowie entschiedener Reformwille, etwa was die Rolle der Frau in der Kirche betraf, waren für ihn keine Gegensätze, sondern eine notwendige Einheit.

 

Für seinen Einsatz erhielt Dr. Hans-Dieter Dietz die Ehrenkerze der Gemeinde und den Ehrenbrief des Landes Hessen. Die Pfarrgemeinde Mariae Himmelfahrt mit St. Hedwig verliert mit ihm eines ihrer engagiertesten Mitglieder. Sie dankt Hans-Dieter Dietz für jahrzehntelange treue Dienste und ein überzeugendes Glaubenszeugnis. Viele haben einen guten Freund verloren. Sie wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Margarete sowie seinen Kindern, Enkeln und Angehörigen.

 

Rolf Glaser                        Ulrike Zimmermann                                    Werner Pfeifer

Pfarrer                               Vorsitzende des                                           Stellv. Vorsitzender

                                            Pfarrgemeinderats                                     des Verwaltungsrats

25-jähriges Priesterjubiläum

von Dekan Rolf Glaser

Unser Pfarrer und Vorsitzender des Hedwigsforums feierte am 3. Juli 2016 den 25. Weihetag als Priester. Es war ein gelungenes Fest mit über 300 Gästen aus dem In- und Ausland. Den Bericht können Sie hier nachlesen.

 

Diakon Dieter Wekenborg, ein langjähriger Weggefährte und Freund von Rolf Glaser, hielt die Predigt im Festgottesdienst. Er stellte sie uns dankenswerterweise zur Verfügung:

Predigt zum Priesterjubiläum Rolf Glaser
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Beschluss des Stadtsynodalrats zum Stadtkirchenforum: Einladung zur Weiterarbeit vor Ort

Am 16. Januar 2016 haben mehr als 200 Frankfurter Katholikinnen und Katholiken über Reformschritte in der Stadtkirche diskutiert. Am Ende des Tages stand eine Reihe von Empfehlungen. Der Stadtsynodalrat hat die Empfehlungen im Mai beraten und einen Beschluss zur Umsetzung gefasst.

 

Nun lädt er ein, die Anliegen des Beschlusses vor Ort aufzugreifen und daran weiterzuarbeiten.

 

Nähere Informationen finden Sie in dem Brief des Frankfurter Stadtsynodalrats an die Pfarrgemeinderäte und in seinem Beschluss zu den Empfehlungen des Stadtkirchenforums:

Brief PGR-Vors. SSRBeschluss24.5.16.pdf
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SSR__aktuell-2016-2.pdf
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Die Fastenzeit und die Flüchtlinge

Hier die Predigt von Dekan Rolf Glaser zum 1. Sonntag der Fastenzeit 2016:

Predigt - Die Fastenzeit und die Flüchtl
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Kirchengebäude und ihre Zukunft

Die Preisträger des Wettbewerbs der Wüstenrot Stiftung stehen fest

Die Kirchen in Deutschland stehen vor sehr großen Aufgaben. In vielen Gemeinden müssen Strategien gefunden werden, mit denen der eigene Gebäudebestand angesichts sinkender Gemeindegliederzahlen, veränderter Nutzungsanforderungen und hoher Kosten für Instandhaltung und Betrieb an die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Gemeindelebens angepasst werden kann. Oftmals scheint hierfür die Zusammenlegung von Gemeinden, die Schließung von Kirchengebäuden und häufig auch ein damit verbundener Verlust an Möglichkeiten der sozialen Gemeinwesenarbeit der einzig verbliebene Weg zu sein.

 

Der Wettbewerb Kirchengebäude und ihre Zukunft der Wüstenrot Stiftung macht durch einen breiten, aktuellen Überblick deutlich, dass es andere, bessere Alternativen geben kann, die zugleich neue Zukunftsperspektiven erschließen. Unter den insgesamt 291 Einsendungen aus dem ganzen Bundesgebiet finden sich viele Beispiele dafür, wie Kirchengebäude und Gemeindezentren als öffentliches Bekenntnis und sichtbarer Teil kultureller Identität erhalten werden können. Sie zeigen mögliche Strategien für den Umgang mit diesen Gebäuden auf und weisen zugleich auf die gemeinsame Verantwortung für die architektonische, konzeptionelle und ökonomische Aufgabe hin, das mit Kirchengebäuden verbundene, oft denkmalgeschützte baukulturelle Erbe zu erhalten.

 

Als bemerkenswerte Beispiele im Sinne der Wettbewerbsauslobung hat die Jury auch

die Kirche St. Hedwig in Frankfurt-Griesheim in die „Engere Wahl“ aufgenommen.

 

Bewertet wurden in diesem Wettbewerb in erster Linie:

  • Die Ertüchtigung von Gebäuden im Sinne sozialer, ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit, entweder in der ursprünglichen oder in veränderter Nutzung
  • Die Qualität der architektonischen Gestaltung und des Städtebaus
  • Die Signifikanz des Beispiels als Beitrag zur Bewahrung baukulturellen Erbes
  • Die mit der Veränderung verbundenen Impulse für eine Weiterentwicklung des Gemeindelebens
  • Der vorbildhafte Umgang mit historischer Bausubstanz.

 

Den vollständigen Artikel über den Wettbewerb und die Preisträger finden Sie unter

http://www.wuestenrot-stiftung.de/kirchengebaeude-und-ihre-zukunft-2/

14.11.2015: Terroranschläge in Frankreich

Pastoraler Raum und Dekanat Höchst in tiefem Mitgefühl für die Opfer, ihre Angehörigen und Landsleute

 

Liebe Schwestern und Brüder in unserem Pastoralen Raum Nied-Griesheim und im Dekanat Höchst,

 

gestern Abend, nichtsahnend von unserem fröhlichen Mitarbeiterfest heimgekehrt, erfuhr ich in den Spätnachrichten mit großer Bestürzung von den grausamen, menschenverachtenden und verabscheuungswürdigen Terrorakten in Frankreich. In der Nacht war das ganze Ausmaß der Tragödie noch nicht offensichtlich. Heute Morgen steht nun die Zahl der ermordeten Menschen  fest - und sie ist noch weit höher als zunächst in der Nacht zu befürchten war: 128 unschuldige Opfer! Ein teuflisches Werk! Wir sind in unserem Pastoralen Raum und darüber hinaus in unserem Dekanat mit der französischsprachigen Gemeinde geschwisterlich und freundschaftlich verbunden. Dort herrscht Trauer, Schmerz und Fassungslosigkeit. Was unsere Schwestern und Brüder trifft, das betrifft auch uns! Mit ihnen trauern wir, gedenken der Opfer und ihrer Angehörige und beten für sie und für die ganze französische Nation, mit der wir uns als Deutsche, angesichts der Last unserer gemeinsamen Geschichte, aber auch angesichts der deutsch-französische Freundschaft heute besonders verbunden wissen!

 

Die französischsprachige Gemeinde lädt  heute Abend um 18.00 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst in die Pfarrkirche St. Markus-Nied ein! Es wäre wichtig, wenn viele dort ihre  Anteilnahme zeigten, indem sie an diesem Gottesdienst teilnehmen, sofern dies in der Kürze der Zeit möglich ist. Mich werden dort Pfr. i. R. Hans Josef Wüst und Mitglieder unseres Pastoralteams vertreten. Ein Taufgottesdienst hindert mich selbst leider an der Teilnahme! Wir werden aber auch in diesem Gottesdienst zeitgleich der Opfer und ihrer Angehörigen gedenken und für sie beten.

 

Außerdem werden wir auch morgen, 15.11.2015, im Gottesdienst der Nationen um 11.00  Uhr in St. Markus-Nied, der Trauer und dem Gedenken Raum geben. Deshalb werden wir diesen Gottesdienst nunmehr in der Farbe „violett“ feiern. Auch zu diesem Gottesdienst laden wir ein!

 

Ich bin mir sicher, dass auch viele Muslime dieses Werk, das nach bisherigen Erkenntnissen auf das Konto von islamistischen Terroristen geht, wahrscheinlich der IS, verurteilen und unser Entsetzen darüber teilen. Als Menschen guten Willens stehen wir miteinander für die eine Menschheitsfamilie ein, in der für Hass, Mord und Terror, von welcher Seite auch immer, kein Platz ist! Für uns Christen steht dafür das Kreuz -  als Protestzeichen gegen jede Gewalttat!

 

In tiefem Mitgefühl für die Opfer, ihre Angehörigen und Landsleute

 

Rolf Glaser, Pfarrer

Priesterlicher Leiter des Pastoralen Raumes Nied-Griesheim

Dekan des Dekanates Höchst

Aktuelles:

(auf das Bild klicken)

Homepage der Pfarrgemeinde
Homepage der Pfarrgemeinde

Sprachcafé:

Helfer*innen gesucht

Seit über drei Jahren üben ehrenamtliche Mitglieder unserer Gemeinde mit den Flüchtlingen vom Hotel Anna die deutsche Sprache. Da der Flüchtlingsstrom nicht abreißt und auch das Sprachcafé momentan gut angenommen wird, suchen wir dringend weitere "Trainer*innen" / Anleiter*innen.

 

Bitte melden Sie sich im Pfarrbüro St. Hedwig:

Tel. 069 - 39 53 11

oder bei Erich Misterek:

Tel. 069 - 39 73 19

 

Das Sprachcafé öffnet seine Türen

mittwochs und donnerstags von 17 - 19 Uhr

in der Katholischen Kirche

St. Hedwig, Elsterstraße 18, 65933 Frankfurt am Main.

Vorbereitungen zu den

3. Internationalen Tagen der Begegnung vom 18.-22. September 2019

Bericht über die Ausstellung vom

1.-23. September 2018

(bitte auf das Bild klicken)